Nachwort

Einige von euch haben sich ein anderes Ende für Heinz gewünscht und gehofft, dass er im Gefängnis landet. Ich selbst wollte unbedingt, dass er seine gerechte Strafe erhält. Schweren Herzens habe ich mich dagegen entschieden, denn in der Realität erfüllen sich oftmals die Befürchtungen von Anna. Ihr fehlte der Mut, Heinz anzuzeigen, weil sie den Missbrauch nicht beweisen kann und weiß, wie das deutsche Justizsystem funktioniert. Bei einem Prozess stünde ihr Wort gegen das von Heinz. Ebenso wie Anna bin ich davon überzeugt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung bei null liegt. Natürlich handelt es sich bei „Ain’t nobody“ um eine Geschichte und ich hätte problemlos mein Wunschende, jenseits der Wirklichkeit, schreiben können. Doch es bedeutet mir sehr viel, die Folgen für den Täter realistisch zeigen.

Ich hoffe daher, ihr versteht Annas Entscheidung, ihre ohnehin schwache Kraft dafür einzusetzen, um Jens hinter Gitter zu bringen.

 

Sexueller Missbrauch und das deutsche Rechtssystem...

Obwohl ich mir bewusst darüber bin, dass bestimmte Situationen und Wendungen die Hoffnung einiger Leserinnen zerstören könnten, wollte ich die Geschichte "echt" erzählen, um Missstände aufzuzeigen. Der Gedanke an die Konsequenzen durch enttäuschte Leserinnen ließ mich trotzdem nicht los. Doch Dank euch blieb meiner Dramaqueen nicht viel Zeit um einen Sturm zu kreieren.

Eure Rückmeldungen der letzten zwei Wochen bedeuten mir verdammt viel. Ich genieße euren Applaus und bereue immer noch kein einziges Wort das ich geschrieben, oder nicht geschrieben habe. 

Ich danke euch allen von Herzen dafür, dass ihr die Botschaft meiner Geschichte auch in Bezug auf Heinz versteht. 

 

Im Rahmen der Releaseparty für Ain't nobody Befreie mich hat sich Ricarda von Tasty Books  mit der Frage beschäftigt, warum so viele missbrauchte Frauen den Täter nicht anzeigen. Durch einen Klick auf das Blog-Foto gelangt ihr direkt zu ihrem Beitrag.

Bildquelle: Tasty Books
Bildquelle: Tasty Books